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Aktuelles

Die Bürgerversammlung Schwabing informiert

Kultur, Wohnen, Arbeiten

Impulse für die Rettung der Welt

Liebe Mitbürger, hochachtungsvolle Welt,

„Kultur wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden” - das wußte (ungefähr) bereits Wilhelm Busch, und das weiß jeder, der sich in unserer schönen Stadt mit Arbeit beschäftigt: Sei es an der Börse, im Büro, mit Schlagbohrmaschine, Preßlufthammer, Kreissäge, Zahnarztbohrer oder Abrißbirne - ständig und überall ist er störenden Belästigungen durch Kulturgeräusch (Musik, Theater, Kabarett etc.) ausgesetzt, die produktives Schaffen und ein geregeltes Wachstum erschweren.

Die Bürgerversammlung Schwabing tritt daher für eine entschiedene Trennung der unterschiedlichen und sich gegenseitig ausschließenden Bereiche menschlicher Betätigung - Kultur, Wohnen, Arbeiten - ein, die deren jeweiligen Anforderungen in vollem Umfang gerecht wird. In logischer Fortdenkung der genialen Lösung aller Verkehrsprobleme, die einst Karl Valentin durch eine zeitliche Trennung von Radfahrern, Autofahrern und Fußgängern vorschlug (leider noch im Projektstadium begriffen), plädieren wir für eine räumliche Trennung:

1. Kultur

Wie schon die lateinische Wortwurzel belegt, geht jede Form der Kultur auf Tätigkeiten unter freiem Himmel zurück und muß auf lange Sicht dahin auch wieder zurückkehren. Daher treten wir dafür ein, jede Art von freiem Raum, der nicht von Gebäuden eingehegt ist, ausschließlich der Kultur zu reservieren.

2. Wohnen

Wohnen bedeutet für den modernen Menschen in erster Linie Schlafen und Fernsehen - Tätigkeiten, die sich schon aufgrund der Witterung und der Verfügbarkeit von Stromanschlüssen am besten in geschlossenen Räumen durchführen lassen und deshalb auch dort ausgeübt werden sollen. Hinzu kommt, daß Wohnen oft den Wunsch nach Privatsphäre einschliesst, was gerade durch Wände unterstützt wird. (Alternative Lebensformen, die ein Nächtigen unter freiem Himmel einschließen, sind zum Bereich der Kultur zu rechnen.)

3. Arbeit

Daß Arbeit per se eine unnatürliche Betätigung ist, hat nicht nur die historische Erfahrung gelehrt, sondern auch aktuelle Entwicklungen im gesundheitlichen Bereich. Da der freie Raum Kultur und Natur und feste Gebäude (Immobilien) dem Wohnen vorbehalten sind, muß jede Form von Arbeit künftig in mobilen, geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Die Bürgerversammlung Schwabing hat daher die Gründung eines Dachverbands der SG Bau, Steine, Erden, Metall & Anderes eingeleitet, der künftig sicherstellen wird, daß sämtliche Arbeiten in geeignete Baulichkeiten am Stadtrand (Panzerwiese etc.) verlegt und auch Arbeiten, die gegenwärtig noch unter freiem Himmel stattfinden, von Gebäuden umgeben werden - dies geschieht nicht nur um z. B. Spreng- und Industriearbeiten ohne Störung durch Kulturgeräusche durchführen zu können, sondern auch umgekehrt die Kultur in ihrem angestammten Raum überhaupt erst hör- und erfahrbar zu machen.

Anders ausgedrückt, Arbeit muß neu überdacht werden.

Kein Sonderfall ist der Autoverkehr - Autofahren ist schon rein physikalisch (Kraft x Weg) Arbeit, muß also in geschlossene Gebäude (Tunnels, unterirdische Kreisbahnen etc.) verlegt werden. Die zu erwartende Nachfrage nach temporären Gebäuden (Mobilien) wird dem derzeit brachliegenden Sektor der Immobilienwirtschaft wichtige neue Impulse geben.

Die Bürgerversammlung Schwabing weist ausdrücklich darauf hin, daß die angestrebte Trennung der menschlichen Lebensbereiche derzeit ein Fernziel ist und daß die Kultur für die unmittelbare Zukunft (bis zum Versiegen der letzten Ölquellen) weiterhin auf die Nutzung geschlossener Räume (Vereinsheim, Lustspielhaus u. a.) angewiesen ist, da der freie Raum derzeit noch unrechtmäßig von Arbeit und Verkehr besetzt ist. Dies zu ändern, ist Pflicht und Aufgabe der Zukunft. Die historische Verlegung des „Blickpunkt Spot” vom Vereinsheim in den Englischen Garten am 8. Juni 2009 ist ein erster Schritt in die richtige Richtung - ein paar kleine Schritte für uns, ein großer Schritt für die Menschheit!